15.02.2012 - Fakta
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28.10.2011 - Horst Sack
Denkanstoß Am 27. September besuchte ich in Berlin das Feuerwehrmuseum. Mit viel Liebe zur Sache und viel Fleiß wurde dort etwas geschaffen, das einfach nur Bewunderung hervorrufen muss. Meine Einstellung zur Achtung unserer Altvorderen und zum Museum der Berliner Feuerwehr wird dort wohl noch bekannt sein. Diese habe ich, trotz vieler Hemmschuhe, immer noch nicht verändert. Voll des Lobes aber komme ich nicht daran vorbei, etwas zu kritisieren. Carl Ludwig Scabell wurde am 25. September 1811 geboren. Er verstarb am 9. Juli 1885. Somit begingen wir am 9. Juli 2010 den 125. Todestag und am 25. September 2011 den 200. Geburtstag des Gründers der Berliner Feuerwehr, der ersten deutschen Berufsfeuerwehr. Scabell beschützte, mit seinen Mannen, rund ein viertel Jahrhundert lang Leben, Gesundheit und Eigentum der Berliner. Scabells Wirken reichte über die Grenzen unserer Stadt hinaus. Am 1. Februar 1851 wurde er zum Königlichen Branddirektor ernannt. Vorher war er bereits erfolgreich als Bauinspektor und Oberspritzenkommissarius tätig. Am 1. Oktober 1875 trat Branddirektor Scabell in den Ruhestand. Dieser Mann musste später in einem besseren Gasthof sein Asyl aufschlagen, weil ihm die Mittel zur Gründung eines eigenen Heims fehlten. (Näheres hierzu siehe: Wolfgang Zur in Der Gründer der Berliner Berufsfeuerwehr.) Am 9. Juli 1885 verstarb der ehemalige Königliche Branddirektor und wurde in Berlin auf dem Friedhof der Petrikirchgemeinde beigesetzt. Seine Grabstätte hat die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges jedoch nicht überstanden. Für eine Wiederherstellung der Grabstätte, oder einer ähnlichen Maßnahme, hat es in Berlin leider nie mehr gereicht. 1976 wurde an der südlichen Grundstücksgrenze der Feuerwache Wannsee eine Straße nach Carl Ludwig Scabell benannt. Eigentlich ist die Bezeichnung Straße übertrieben. Es handelt sich um eine unattraktive, enge und schmuddelige Gasse, die dort seinen Namen trägt. Es gab Persönlichkeiten, die viel geringere Verdienste um unser Berlin aufweisen konnten als Carl Ludwig Scabell, nach denen hat man aber große Straßen, Alleen oder Plätze benannt. Wir sehen, nur selten war ordentlicher Dank der Obrigkeit Lohn. Und wegen der zu vielen Historikfernen ist das heute nicht besser. Nicht alle Menschen haben einen Anschluss an das Internet. Soviel vorbeugend nur, falls jemand gleich auf dieses verweisen möchte. Außerdem ersetzt das Internet kein Museum der Berliner Feuerwehr. So gut kann keine Homepage sein. Den 200. Geburtstag des Gründers unserer Feuerwehr hat man im Museum der Berliner Feuerwehr vergessen. Ich gehe davon aus, dass es nur Vergesslichkeit war. Arrogant Leistungen der Altvorderen negieren würde auch nicht in das Museum gehören. Im Kampf um hohe Besucherzahlen ist man im Feuerwehrmuseum scheinbar so sehr beschäftigt, dass man die Übersicht verliert. Für die Beachtung einer einfache Anstandsregel, Leistungen der Altvorderen zu würdigen, nimmt man sich dort keine Zeit mehr. Wie sah es denn im Museum der Berliner Feuerwehr an Scabells 125. Todestag, im Juli 2010, aus? In Berlin wird man mit einem an der Wand hängenden Bildchen von Carl Ludwig Scabell, an dessen runden Geburts- oder Todestagen, dem erforderlichen Andenken an den Gründer unserer Feuerwehr nicht gerecht. Geschichtsbewussten ist dieser Sachverhalt kaum verständlich zu machen. Es gelang an anderen Orten Menschen besser, das Andenken an Carl Ludwig Scabell zu bewahren, als es dem jetzigen Leiter des Museums der Berliner Feuerwehr und der von ihm geführten Mannschaft gelang. Deshalb wünsche ich dem Museumsleiter, trotz seiner Verdienste, in Zukunft auch hierin eine etwas glücklichere Hand und bessere Übersicht. Auch sollte man ihm gute Berater wünschen. Auf diese dann zu hören, statt sie zu vertreiben, wäre für alle ein Gewinn. A
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